Sind Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend?

Langkettige Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA sind bekannt für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie fördern die Produktion von Mediatoren, die Entzündungen beenden, und hemmen die Bildung von Molekülen, die entzündliche Prozesse verstärken können.


Welches Omega-3 hilft am meisten, Entzündungen zu reduzieren?

Sowohl EPA als auch DHA tragen dazu bei, Entzündungen zu verringern, aber EPA zeigt stärkere entzündungshemmende Wirkungen. Besonders bei chronischen Entzündungen, bei denen die Entzündung nicht natürlich endet – oft durch Autoimmunerkrankungen oder Infektionen ausgelöst –, kann eine erhöhte Aufnahme von EPA helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.


Omega-3 bei entzündlichen Erkrankungen wie COVID-19

Während der COVID-19-Pandemie wurde der Begriff “Zytokinsturm” bekannt. Dieser beschreibt einen unkontrollierten Anstieg von proinflammatorischen Zytokinen (IL6, IL1β, TNFα), der zu Gewebeschäden führt. Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA, können helfen, diesen Prozess zu unterbrechen, indem sie die Entzündung regulieren und Gewebeschäden vorbeugen.


Wie nimmt man Omega-3 bei chronischen Entzündungen ein?

Experten empfehlen eine tägliche Zufuhr von mindestens 500 mg bis 1 g Omega-3, wie von der EFSA festgelegt. In akuten Entzündungsphasen sollte die Dosierung erhöht werden.


Warum ist EPA der effektivste Entzündungshemmer?

EPA konkurriert mit Arachidonsäure (AA), einem entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäure, um Enzyme wie COX und LOX. Durch die Bindung von EPA an diese Enzyme wird die Bildung proinflammatorischer Moleküle gehemmt, während entzündungshemmende Stoffe gefördert werden.

From: P. Lembke. Omega-3 Fatty Acids – a scientific approach to healthy aging and optimised nutrition. 1st Edition – August 28, 2024, ISBN: 

Wie lässt sich die Wirkung von Omega-3 verstärken?

Eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung sind essenziell. Ergänzend tragen Vitamine wie D3 zur Stärkung des Immunsystems und E zur Stabilisierung von Omega-3 bei. Zudem sollte man versuchen möglichst viele Fette und Öle durch extra virgin Olivenöl zu ersetzen und der Verzehr an entzündungsfördernde Fette, reich an Omega-6 Fettsäuren, sollte stark eingeschränkt werden. Zu den entzündungsfördernde Fette gehören: Butter, Kuhmilchprodukte, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl, rotes Fleisch.

 


Wie lange sollte man EPA einnehmen?

Eine ausreichende Menge (mindestens 1000 mg EPA+DHA pro Tag) langbettiger Omega-3 Fettsäuren sollte während des ganzen Lebens gesichert sein. Für chronisch entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder chronische Darmentzündungen wird eine Einnahme von mindestens 2-3 g EPA/DHA pro Tag über einen Zeitraum von 2-3 Monate empfohlen. Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen omega-3 EPA und omega-6 AA wiederherzustellen. Anschließend kann die tägliche Dosis auf etwa 1000 mg/Tag reduziert werden um langfristig Entzündungen vorzubeugen.

 


Fazit

Eine Vielzahl von Studien deuten darauf hin, dass Omega-3, insbesondere EPA und DHA, Entzündungen entgegenwirken können – von akuten Prozessen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Kombiniert mit einer gesunden Ernährung und Unterstützung durch Vitamine wie D3 und E, bieten sie eine interessante Alternative für Menschen die unter chronischen Entzündungskrankheiten leiden. Wenn sie auch nicht immer pharmazeutischen Produkte vollständig ersetzen können, doch können sie die tägliche Dosis der pharmazeutischen Entzündungshemmer senken und damit auch das Risiko an Nebenwirkungen.


Literatur:

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Dr.rer.nat. Peter Lembke